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Mostly Other People Do the Killing

Mostly Other People Do the Killing

06. August 2016 22:15

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SZentrum Schwaz

Mostly Other People Do the Killing

Eine Band, die einen solchen Bandnamen trägt, geht aufs Ganze und beweist Witz, Abenteuerlust und skurrilen Humor bereits auf der sprachlichen Ebene. Der Bandname stammt jedenfalls von einer Aussage, die der Physiker Lev Termen, seines Zeichens Erfinder des Theremins, einmal in einem Interview getätigt hat. In diesem meinte er, dass Stalin womöglich gar kein so schlechter Mensch gewesen sei, zumal ja meist andere Leute das Töten übernommen hätten.

Man ist geneigt aus dieser Namensgebung, die kurzerhand das „did“ mit „do“ in die Gegenwart holt, die Spielweise und den Umgang der Band mit Einflüssen und musikalischem Material abzuleiten. Man stellt sich nämlich unweigerlich beim Namen schon die Frage, ob das noch Humor oder schon Respektlosigkeit oder Geschmacklosigkeit ist. Ebenso ergeht es einem, wenn man die Musik dieser Band anhört, die von Ö1-Jazz-Leiter Andreas Felber „als furioses musikalisches Himmelfahrtskommando, das die Jazzgeschichte von Count Basie bis Weather Report in funkensprühend trashiger Energie verwurstet und dabei keine Gefangenen macht“ bezeichnet.

Damit trifft er einen guten und wichtigen Punkt. „Mostly Other People Do The Killing“ sind nämlich eine Band, denen wenig „heilig“ ist. Es scheint nichts zu geben, vor dem diese in Ehrfurcht erstarrt. Vielmehr ist für sie die Jazzgeschichte eine riesige, bunte Spielwiese, auf der sie sich ungestüm aber hochvirtuos herumtreiben. Eklektisch, ja postmodern bedienen sie sich aus dem Potpourri der Möglichkeiten und verwursten, überspitzen und ironisieren was das Zeug hält. Spielwitz, eine gehörige Portion Wahnsinn und atemberaubende Spieltechnik sind dabei ständige Begleiter.

Bei Outreach werden sie statt Septett- in einer Trio-Besetzung zu hören sein. Mastermind und Hauptsongschreiber Moppa Eliot (bass), Ron Stabinsky (piano) und Kevin Shea (drums) werden aber nichts von der Energie und von der wahnwitzigen Radikalität vermissen lassen, für die sie weitum bekannt, beliebt und berüchtigt sind. In Schwaz werden sie, ganz dem Motto diesjährigen Motto „Violate Common Sense: Particularity – Soul“ für Gänsehautmomente sorgen, wenn sie den Miles Davis Klassiker „Kind Of Blue“ zerlegen und hinterfragen.

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